Altersarmut

Was ist Altersarmut?

Der Begriff beschreibt die finanzielle Situation von Menschen im Rentenalter, deren Einkommen und Vermögen nicht ausreichen, um den Lebensunterhalt und eine angemessene Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu sichern. In Deutschland wird diese Situation in der Regel über die Armutsgefährdungsschwelle definiert. Wer im Alter über ein Einkommen verfügt, das unterhalb dieses Schwellwerts liegt, gilt als von Altersarmut betroffen bzw. armutsgefährdet.
Die verschiedenen Formen von Armut lassen sich in absolute und relative Armut unterteilen. Um den Begriff Altersarmut richtig zu verstehen, ist eben diese Unterscheidung zwischen absoluter und relativer Armut entscheidend.

 

    • Absolute Armut liegt vor, wenn eine Person ihre existenziellen Grundbedürfnisse nach Nahrung, Wasser, Kleidung und Unterkunft nicht befriedigen kann. Diese extreme Form der Armut ist in Deutschland (sowie in anderen Industrienationen) selten.
    • Relative Armut, die für die Debatte um Altersarmut in Deutschland maßgeblich ist, bemisst sich am mittleren Einkommen der Gesamtbevölkerung. Als armutsgefährdet gilt, wer über weniger als 60 % dieses mittleren Einkommens verfügt. Altersarmut ist eine Form der relativen Armut, die Betroffene von der üblichen Lebensweise der Gesellschaft ausschließt und ihre soziale und kulturelle Teilhabe stark einschränkt.

Gründe für Altersarmut

Die Ursachen für Altersarmut sind verschieden. Zu den häufigsten Faktoren zählen ein zu geringes Lebenseinkommen bzw. Niedriglöhne und prekäre Beschäftigungsverhältnisse sowie unterbrochene Erwerbsbiografien, beispielsweise durch längere Phasen von Arbeitslosigkeit oder Kindererziehungszeiten. Weiter zählen dazu die fehlende private oder betriebliche Altersvorsorge sowie die in den letzten Jahren stark gestiegenen Lebenshaltungskosten, insbesondere für Wohnraum und Gesundheitsleistungen.

Wie viel Geld benötigt man als Rentner:in zum Leben?

Um nicht von Altersarmut betroffen zu sein und einen guten Lebensstandard zu haben, benötigt man etwa 75 bis 85 Prozent des letzten Nettoeinkommens. Die genaue Höhe hängt dabei immer vom individuellen Lebensstil ab. Denn selbstverständlich erfordert eine komfortable, unternehmungsfreudige und aktive Lebensweise mehr finanzielle Mittel. Wer also im Alter viel unternehmen und verreisen möchte, sollte sich eher an den oben genannten 85 Prozent orientieren.

In die Kalkulation muss außerdem die Lebenserwartung bzw. die gestiegene durchschnittliche Lebenserwartung einfließen. Denn Fakt ist: Die Menschen werden immer älter. Sie leben länger, ihre Renten müssen also für eine längere Zeit ausreichen.

So berechnen Sie Ihren Bedarf: Ermitteln Sie zunächst Ihr letztes Nettoeinkommen. Multiplizieren Sie es dann mit 0,75, sofern Sie einen durchweg bescheidenen Lebensstil pflegen. Multiplizieren Sie es mit 0,85, wenn Sie im Alter weiterhin mobil, unternehmungsfreudig und reiselustig sind und/oder regelmäßige Theater- und Restaurantbesuche planen. Die Summe dieser sehr einfachen Faustformel-Berechnung entspricht dem Betrag, den Sie als Richtwert für Ihre monatliche Rente anstreben sollten.

Um sich vor Altersarmut zu schützen, sollten Sie grundsätzlich Ihre individuellen Ausgaben inkl. aller Sonderausgaben berücksichtigen. Runden Sie dabei lieber etwas auf als ab, um sich nicht selbst zu betrügen. Denken Sie in Ruhe darüber nach, welche Ausgaben sich mit Beginn Ihres Ruhestands gegebenenfalls verändern könnten. Einige Kosten fallen weg, während neue entstehen.

Nutzen Sie den aboelo Rentenlücken-Rechner, um Ihre voraussichtliche gesetzliche Rente zu berechnen, und vergleichen Sie das Ergebnis mit Ihrem zuvor kalkulierten Bedarf.

Sofern eine Differenz, d. h. eine Rentenlücke, besteht, sollten Sie so früh wie möglich mit dem Ansparen weiteren Vermögens beginnen. Investieren Sie dabei niemals nur in eine Anlage! Wenn möglich, lassen Sie sich in Sachen Sparen und Vermögensaufbau stets doppelt beraten. Zwei Finanzberater wissen schließlich mehr als einer. Und wenn die beiden sich uneinig sind, suchen Sie sich einen dritten! Suchen Sie sich einen dritten! Lassen Sie sich auch von Beratern Ihrer Bank beraten.