Smart Home für Senioren
Wie altersgerechte Assistenzsysteme Ihr Leben zu Hause sicherer machen, was sie kosten und welche Förderung es 2026 gibt.
✔ Ratgeber · ✔ Kosten und Förderung · ✔ Stand September 2026
Das eigene Zuhause ist ein Ort der Vertrautheit und Sicherheit. Doch mit den Jahren können sich Unsicherheiten in den Alltag einschleichen: die Angst vor einem Sturz, die Sorge, eine Medikamenteneinnahme zu vergessen, oder das Gefühl der Isolation.
Genau hier setzen altersgerechte Assistenzsysteme an, auch Ambient Assisted Living (AAL) genannt. Es sind technische Helfer, die es ermöglichen, länger sicher und selbstständig in den eigenen vier Wänden zu leben, vom Notrufknopf bis zur automatischen Herdabschaltung.
Hinweis: Dieser Ratgeber gibt eine erste Orientierung und ersetzt keine individuelle Beratung, zum Beispiel durch Pflegekasse, Pflegestützpunkt oder einen Fachbetrieb.
Selbstständigkeit erhalten und in gewohnter Umgebung bleiben.
Systeme erkennen Gefahren und geben ein gutes Gefühl im Alltag.
Moderne Systeme sind benutzerfreundlich und intuitiv gestaltet.
Kontakt zu Familie und Pflegedienst, weniger Einsamkeit.
Viele Lösungen sind günstig, manche lassen sich fördern.
Sie wählen nur, was zu Ihrem Alltag und Ihren Bedürfnissen passt.
Die Bandbreite reicht von einfachen Alltagshilfen bis zu vernetzten Überwachungssystemen.
Dazu zählen Gehhilfen, Hörgeräte, Badewannenlifter, Toilettensitzerhöhungen und Pflegebetten. Mehr im Hilfsmittel-Finder.
Mobile und stationäre Lösungen rufen bei einem Sturz automatisch Hilfe oder alarmieren per Knopfdruck. Mehr dazu beim Hausnotruf.
Steuerung von Licht, Heizung und Sicherheit, dazu Bewegungsmelder mit automatischer Beleuchtung und die automatische Herdabschaltung.
Dosierhilfen und Erinnerungssysteme unterstützen die regelmäßige Einnahme. Mehr im Glossar: Medikamentenmanagement.
Vitalwerte wie Herzfrequenz und Blutdruck lassen sich mit Wearables und Smartwatches überwachen.
Apps, Spiele und Sprachassistenten für geistige Fitness und Kontakt zu Familie und Freunden.
Die Kosten hängen davon ab, welche Bereiche abgedeckt werden sollen. Einzelne Geräte gibt es schon für wenige Euro, ein vollständig vernetztes Zuhause erfordert mehr Investition. Diese Richtwerte geben einen Rahmen.
Einmalig 0 – 50 €
Monatlich 25 – 45 €
Zuschuss der Pflegekasse bei Pflegegrad möglich: bis zu 27 € im Monat (seit 1. April 2026).
Einmalig 150 – 400 €
Monatlich 0 – 20 €
Ob eine Kostenbeteiligung möglich ist, bei der Pflegekasse im Einzelfall erfragen.
Einmalig 80 – 250 €
Monatlich 0 – 15 €
Ob eine Kostenbeteiligung möglich ist, bei der Pflegekasse im Einzelfall erfragen.
Einmalig 50 – 300 €
Fest installierte Systeme können im Einzelfall als wohnumfeldverbessernde Maßnahme gefördert werden.
Einmalig 200 – 600 €
Als Umbau im Einzelfall bis 4.180 € bezuschussbar (Pflegekasse).
Einmalig 150 – 500 €
Als Umbau im Einzelfall bis 4.180 € bezuschussbar (Pflegekasse).
Alle Angaben sind Richtwerte (Preisstand 2025) ohne Gewähr. Vernetzte Komplettsysteme kosten je nach Umfang etwa 2.000 bis 8.000 €. Tatsächliche Preise hängen von Anbieter, Region und Installationsaufwand ab. Holen Sie vor einem Förderantrag Angebote ein.
Förderung gibt es vor allem für zertifizierte Hilfsmittel und fest installierte Umbauten. Handelsübliche Konsumgüter wie Smartwatch, Tablet oder Sprachassistent werden von den Kassen in der Regel nicht bezahlt.
bis zu 42 € pro Monat
für zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel. Technische Pflegehilfsmittel (zum Beispiel Hausnotruf) werden je nach Fall zu 100 % übernommen, teils mit Zuzahlung von 10 %, höchstens 25 € je Hilfsmittel.
bis zu 4.180 € je Maßnahme
für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen (§ 40 SGB XI) bei anerkanntem Pflegegrad, ab Pflegegrad 1. Wohnen mehrere Anspruchsberechtigte zusammen, sind insgesamt bis zu 16.720 € möglich. Antrag vor Beginn der Maßnahme.
derzeit ausgeschöpft
Der Zuschuss für Barrierereduzierung (bis 6.250 €) hängt an Bundesmitteln. Nach dem Neustart im April 2026 sind die Mittel laut KfW wieder aufgebraucht, neue Anträge sind erst möglich, wenn der Bund erneut Mittel bereitstellt (die KfW nennt 2027). Stand bitte auf kfw.de prüfen.
Kredit bis zu 50.000 €
Der KfW-Kredit „Altersgerecht Umbauen“ ist zinsgünstig, der Antrag läuft vor Vorhabenbeginn meist über die Bank. Viele Gemeinden und Bundesländer haben zusätzlich eigene Programme, fragen Sie bei Ihrer Kommune.
Wichtig: Beginnen Sie nie mit dem Einbau, bevor die schriftliche Zusage vorliegt, sonst kann der Anspruch verloren gehen.
Stand: September 2026. Quellen: Bundesministerium für Gesundheit, KfW. Angaben ohne Gewähr.
Welche Situation im Alltag soll leichter werden? Hilfe geben die Pflegeberatung und der Hilfsmittel-Finder.
Lassen Sie sich von Fachbetrieben schriftliche Angebote erstellen. Diese brauchen Sie für den Antrag.
Beantragen Sie wohnumfeldverbessernde Maßnahmen (§ 40 SGB XI) mit den Angeboten und Ihrem Pflegegradnachweis, bevor Sie einen Auftrag erteilen.
Prüfen Sie KfW-Angebote und kommunale Programme. Auch hier gilt: Antrag vor Vorhabenbeginn.
Warten Sie die schriftliche Bewilligung ab. Sicherheitsrelevante Systeme wie Herdabschaltung oder Smart Lock gehören in die Hände eines Fachbetriebs.
Lassen Sie sich persönlich einweisen, testen Sie zum Beispiel den Notruf gemeinsam. Danach reichen Sie die Rechnung bei Pflegekasse bzw. KfW ein.
Was ist altersgerechtes Wohnen und wie helfen Assistenzsysteme?
Altersgerechtes Wohnen bedeutet, die Wohnung an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Assistenzsysteme (Ambient Assisted Living, AAL) unterstützen dabei mit Technik: Notrufsysteme, Sturzerkennung und automatische Herdabschaltung für mehr Sicherheit, Medikamentenmanagement und Vitalwert-Überwachung für die Gesundheit sowie smarte Haussteuerung für mehr Komfort.
Welche technischen Hilfsmittel helfen bei Angst vor Stürzen?
Bewegungsmelder mit automatischer Beleuchtung erhellen nachts den Weg zur Toilette. Sturzdetektoren erkennen einen Sturz automatisch und setzen einen Notruf ab. Ein Notrufknopf am Handgelenk oder um den Hals sorgt für schnelle Hilfe. Ergänzend helfen Rollatoren, Aufstehhilfen und rutschfeste Badematten. Beseitigen Sie außerdem Stolperfallen wie lose Kabel und Teppichkanten.
Welche Kosten entstehen und gibt es Förderung?
Die Preise reichen von monatlichen Gebühren für einen Hausnotruf bis zu einmaligen Anschaffungen für Sensorik oder Umbauten. Förderung gibt es vor allem über die Pflegekasse: Pflegehilfsmittel zum Verbrauch bis 42 € im Monat, technische Pflegehilfsmittel und bis zu 4.180 € je wohnumfeldverbessernder Maßnahme. Dazu kommen KfW-Programme und kommunale Förderung.
Wie kann Smart Home bei Vergesslichkeit helfen?
Smarte Pillendosen erinnern per Licht- und Tonsignal an die Einnahme von Medikamenten. Herdwächter schalten den Herd automatisch ab, Erinnerungsfunktionen und einfache Sprachassistenten unterstützen im Alltag. Sprechen Sie die Auswahl mit Angehörigen oder Ihrem Pflegedienst ab.
Ersetzt dieser Ratgeber eine Beratung?
Nein. Der Ratgeber gibt eine erste Orientierung. Für Ihre persönliche Situation empfehlen wir die Beratung durch Pflegekasse, Pflegestützpunkt oder einen qualifizierten Fachbetrieb.
Ein Hausnotruf ist oft der einfachste Einstieg in altersgerechte Technik: Hilfe per Knopfdruck, rund um die Uhr. Weitere Ideen für ein sicheres Zuhause finden Sie im Ratgeber zum barrierefreien Umbau.