Hausnotruf

Hausnotruf für Senioren: Notrufknopf, Kosten und Zuschuss der Pflegekasse

Hilfe per Knopfdruck, rund um die Uhr: So funktioniert ein Hausnotruf, was er kostet und wie die Pflegekasse ihn bezuschusst.

✔ Ratgeber  ·  ✔ Zuschuss Stand April 2026  ·  ✔ Mit FAQ

Hausnotruf mit Notfallknopf für Senioren

Was ist ein Hausnotruf?

Mit einem Hausnotruf bleiben Senioren selbstständig und können im Notfall jederzeit schnell Hilfe rufen. Dazu drücken sie den am Körper getragenen Notfallknopf und alarmieren so die Hausnotrufzentrale. Ob im bisherigen Zuhause, im betreuten Wohnen oder in einer Pflege-WG: Der Notrufknopf gibt Sicherheit für ein unabhängiges Leben.

Ein Hausnotrufgerät besteht aus einer Basisstation, die einem Telefon ähnelt, und einem Funkhandsender mit Notrufknopf, den man am Handgelenk oder am Gürtel trägt. Moderne Systeme funktionieren fast ausschließlich über das Mobilfunknetz mit integrierter SIM-Karte.

Wichtig: Der Hausnotruf ist nur ein Baustein für mehr Sicherheit im Alltag. Weitere Ideen finden Sie im Ratgeber Smart Home für Senioren (AAL) und beim barrierefreien Wohnen.

So funktioniert der Notfallknopf

1. Knopf drücken

Bei einem Sturz oder einer anderen Notlage drückt die Person den Knopf. Er sitzt am Körper und ist so in jeder Situation in der Wohnung erreichbar.

2. Zentrale meldet sich

Das Gerät baut eine Verbindung zur Hausnotrufzentrale auf. Deren Mitarbeiter sprechen mit der Person und klären die Lage. Bei einem Versehen ist das kein Problem.

3. Hilfe kommt

Je nach Situation werden Angehörige, ein Pflegedienst oder der Rettungsdienst informiert und sind in kurzer Zeit vor Ort.

Hausnotruf Kosten und Zuschuss der Pflegekasse 2026

Ein Basis-Hausnotruf ist für viele mit Pflegegrad dank Zuschuss kostenfrei. Ohne Pflegegrad tragen Sie die Kosten selbst. Diese Richtwerte geben einen Rahmen:

Zuschuss der Pflegekasse

27 € pro Monat

seit 1. April 2026 (zuvor 25,50 €) für den Basis-Hausnotruf ab Pflegegrad 1. Zusätzlich zahlt die Kasse in der Regel eine einmalige Installationspauschale.

Basispaket

ca. 23 – 29 € pro Monat

je nach Anbieter. Mit dem Zuschuss bleibt für Personen mit Pflegegrad häufig kein oder nur ein geringer Eigenanteil.

Mobiler Notruf mit GPS

ca. 35 – 45 € pro Monat

für Geräte, die auch unterwegs funktionieren. Der Zuschuss der Pflegekasse gilt für den Basis-Hausnotruf zu Hause.

Sturzerkennung und Extras

ca. 30 – 57 € pro Monat

für Komfortpakete mit automatischer Sturzerkennung. Zusatzleistungen wie Schlüsselhinterlegung kosten extra und werden nicht bezuschusst.

Wann zahlt die Pflegekasse?

Der Zuschuss ist nicht automatisch: Es muss mindestens Pflegegrad 1 vorliegen, und Sie leben allein oder mit Personen zusammen, die im Notfall nicht helfen oder nicht schnell Hilfe holen können. Außerdem muss davon auszugehen sein, dass im Notfall ein Notruf mit einem normalen Telefon nicht möglich wäre. Den Antrag stellen Sie bei Ihrer Pflegekasse, meist gemeinsam mit dem Anbieter. Ohne Pflegegrad zahlen Sie den Hausnotruf selbst. Mehr zum Pflegegrad: Pflegeantrag & Pflegegrade.

Stand: September 2026. Richtwerte ohne Gewähr, Quellen u. a. DRK Hausnotruf und pflege.net. Aktuelle Preise nennen die Anbieter.

Für wen eignet sich der Hausnotruf?

Allein zu Hause

Für Senioren, die mit ambulanter Pflege allein leben und im Notfall schnell Hilfe brauchen.

Paare

Wenn der Partner im Notfall keine schnelle Hilfe leisten oder holen kann. Ein Gerät kann mehrere Funksender haben.

Betreutes Wohnen und Pflege-WG

Auch im betreuten Wohnen und in der Pflege-WG sinnvoll, wenn nicht immer jemand in der Nähe ist.

Häufige Fragen zum Hausnotruf

Was kostet ein Hausnotruf und was zahlt die Pflegekasse?

Ein Basis-Hausnotruf kostet je nach Anbieter rund 23 bis 29 Euro im Monat. Die Pflegekasse bezuschusst ihn ab Pflegegrad 1 seit dem 1. April 2026 mit 27 Euro im Monat (zuvor 25,50 Euro), wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. Ohne Pflegegrad zahlen Sie die Kosten selbst.

Welche Bestandteile hat ein Hausnotrufgerät?

Eine Basisstation, die einem Telefon ähnelt, und ein Funkhandsender mit Notrufknopf, den man am Handgelenk oder am Gürtel trägt. Bei Druck auf den Knopf verbindet die Basisstation mit der Notrufzentrale.

Was sind die technischen Voraussetzungen?

Moderne Systeme funktionieren fast ausschließlich über das Mobilfunknetz mit integrierter SIM-Karte, ein Festnetzanschluss ist meist nicht nötig. Fragen Sie den Anbieter nach dem Empfang an Ihrem Wohnort.

Was passiert, wenn man den Notrufknopf aus Versehen drückt?

Nach dem Drücken ist ein Signal zu hören und die Verbindung zur Zentrale wird aufgebaut. Bei einem Versehen können Sie das der Zentrale einfach sagen, das ist kein Problem.

Warum ist ein Hausnotruf besser als ein Smartphone?

Der Notfallknopf wird am Körper getragen und ist deshalb in jeder Situation erreichbar, auch nach einem schweren Sturz. Ein Smartphone liegt dagegen oft auf dem Tisch.

Können mehrere Personen einen Hausnotruf nutzen?

Ja, ein Gerät kann mit mehreren Funksendern ausgestattet werden. Jede Person hat ihren eigenen Sender, sodass die Zentrale im Notfall weiß, wer Hilfe braucht.

Kann ich den Hausnotruf von der Steuer absetzen?

Unter Umständen ja: Ein Hausnotruf kann als haushaltsnahe Dienstleistung nach § 35a EStG steuerlich berücksichtigt werden, wenn die Zentrale im Notfall eine eigene Soforthilfe organisiert. Fragen Sie im Zweifel Ihren Steuerberater.

Hausnotruf vergleichen und Sicherheit ausbauen

Im Hilfsmittel-Finder sehen Sie Produkte, bei denen sich die Krankenkasse an den Kosten beteiligt. Für mehr Sicherheit zu Hause helfen außerdem Smart-Home-Lösungen und ein barrierefreier Umbau.