Wohnraumanpassung

Wohnraumanpassung im Alter: barrierefrei umbauen, Kosten und Förderung

Mit einer Wohnraumanpassung bleiben Sie in den eigenen vier Wänden selbstständig: welche Umbauten sinnvoll sind, was sie kosten und welche Förderung es 2026 gibt.

✔ Kostenlos  ·  ✔ Unverbindlich  ·  ✔ Förderangaben Stand September 2026

Barrierefreier Wohnraum für Senioren

Was bedeutet Wohnraumanpassung?

Wohnraumanpassung heißt, die eigene Wohnung oder das Haus so umzubauen, dass Sie trotz körperlicher Einschränkungen sicher und selbstständig darin leben können. Das Ziel ist barrierefreies Wohnen: Räume, die Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, Seh- oder Hörbehinderungen und altersbedingten Einschränkungen ohne fremde Hilfe nutzen können. Das betrifft längst nicht nur Rollstuhlfahrer.

Die DIN 18040-2 legt fest, wann eine Wohnung als barrierefrei gilt. Dazu gehören unter anderem breite Türen, ein ebenerdiger Zugang ohne Schwellen oder Stufen sowie leicht erreichbare Lichtschalter und Fenstergriffe.

Hinweis: „Barrierearm“ ist kein gesetzlich definierter Begriff. Barrierearme Wohnungen erfüllen nicht alle Kriterien der Norm und sind daher nicht zwangsläufig vollständig barrierefrei.

Vorteile eines barrierefreien Zuhauses

Selbstständig bleiben

Eigenständigkeit bleibt trotz körperlicher Einschränkungen erhalten.

Mehr Sicherheit

Maßnahmen im Alltag verringern das Sturzrisiko.

Komfort für alle

Bodengleiche Duschen und barrierefreie Küchen erleichtern jedem den Alltag.

Familienfreundlich

Schwellenlose Eingänge helfen auch Eltern mit Kinderwagen.

Teilhabe

Gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und in der Nachbarschaft.

Zuhause bleiben

Auch bei nachlassender Mobilität in den eigenen vier Wänden leben, statt ins Pflegeheim zu ziehen.

Typische Maßnahmen der Wohnraumanpassung

Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt von Ihren Einschränkungen und Ihrer Wohnung ab. Diese Bereiche werden häufig angepasst:

Bad

Bodengleiche Dusche, Haltegriffe, erhöhte Toilette, rutschhemmender Boden. Mehr zu Kosten und Zuschuss: Badumbau mit der Pflegekasse

Türen und Schwellen

Schwellen entfernen, Türen verbreitern, ebenerdiger Zugang zur Wohnung.

Treppen und Zugang

Treppenlift, Rampe, Handläufe und gut sichtbare Stufenkanten.

Küche und Wohnräume

Erreichbare Arbeitshöhen, mehr Bewegungsfläche, gut greifbare Griffe und Schalter.

Licht und Orientierung

Blendfreie Beleuchtung, Bewegungsmelder und kontrastreiche Markierungen.

Sicherheit und Technik

Hausnotruf, Sturzsensorik und weitere Assistenzsysteme (Smart Home).

So funktioniert der Umbau-Check

Wählen Sie aus, was bei Ihnen umgebaut werden soll, vom Bad bis zum Hauseingang. Sie sehen sofort, was das ungefähr kostet, wie viel die Pflegekasse dazugibt und was für Sie bleibt. Danach entscheiden Sie selbst, wie es weitergeht.

So funktioniert es: 1. Umbauwünsche auswählen, zum Beispiel Bad, Eingang oder Treppe. 2. Kurz Ihre Situation angeben: Sie sehen sofort Kosten, Zuschuss und Eigenanteil. 3. Sie wählen: kostenlose Angebote von bis zu drei Fachbetrieben aus Ihrer Region oder nur die Kostenübersicht per E-Mail. Ohne Ihre Zustimmung geben wir Ihre Angaben nicht weiter.

Umbau-Check: Kosten, Zuschuss & Angebote

Kostenlos · ca. 2 Minuten · Ergebnis sofort

Schritt 1 von 3

Was möchten Sie umbauen?

Mehrfachauswahl möglich. Sie sehen sofort eine grobe Kostenschätzung.

Ihre Situation

Damit wir Zuschüsse einschätzen und passende Betriebe in Ihrer Nähe finden können.

Für wen ist der Umbau? *
Wo soll umgebaut werden? *
Liegt ein Pflegegrad vor? (optional) Mit Pflegegrad zahlt die Pflegekasse bis zu 4.180 € Zuschuss.
Wann soll umgebaut werden? *

Ihre Kostenschätzung

Wie möchten Sie weitermachen? *

Förderung für barrierefreies Wohnen 2026

Für den Umbau gibt es mehrere Zuschüsse und Kredite, die sich teils kombinieren lassen. Wichtig ist bei fast allen: Beantragen Sie die Förderung, bevor Sie Verträge abschließen oder mit dem Umbau beginnen.

Pflegekasse-Zuschuss

bis zu 4.180 € je Maßnahme

für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen nach § 40 Abs. 4 SGB XI bei anerkanntem Pflegegrad. Alle Umbauten, die zur selben Zeit nötig sind, zählen als eine Maßnahme. Wohnen mehrere Anspruchsberechtigte zusammen, kann sich der Betrag bis auf insgesamt 16.720 € erhöhen. Antrag am besten vor Beginn der Arbeiten bei der Pflegekasse.

KfW-Zuschuss 455-B

bis zu 6.250 € Zuschuss

für Barrierereduzierung, ohne Rückzahlung. Die Mittel stellt der Bund nicht dauerhaft bereit: Nach dem Neustart im April 2026 sind sie laut KfW derzeit ausgeschöpft. Neue Anträge sind erst wieder möglich, wenn der Bund erneut Mittel freigibt (die KfW nennt 2027). Aktuellen Stand bitte auf kfw.de prüfen.

KfW-Kredit 159

bis zu 50.000 € Kredit

zinsgünstiger Kredit für altersgerechten Umbau. Antrag vor Vorhabenbeginn und vor Abschluss der Liefer- und Leistungsverträge, in der Regel über Ihre Bank.

Steuerliche Vorteile

20 % der Arbeitskosten, bis 1.200 € pro Jahr

als Handwerkerbonus (§ 35a EStG). Bei medizinischer Notwendigkeit (zum Beispiel mit ärztlichem Attest) können Umbaukosten außerdem als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden, soweit sie die zumutbare Belastung übersteigen. Fragen Sie im Einzelfall Ihren Steuerberater.

Und Ihr Bundesland? Viele Bundesländer und Kommunen bieten eigene Zuschüsse oder Darlehen für barrierefreies Wohnen an. Bedingungen und Höhe unterscheiden sich stark. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Landesförderbank, Ihrer Gemeinde oder in einer Wohnberatungsstelle.

Stand: September 2026. Quellen: Bundesministerium für Gesundheit, § 40 SGB XI, KfW. Angaben ohne Gewähr, maßgeblich sind die Bedingungen der jeweiligen Stelle.

Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen: Was die Pflegekasse zahlt

„Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen“ ist der Begriff der Pflegeversicherung für die Wohnraumanpassung. Mit anerkanntem Pflegegrad gibt die Pflegekasse bis zu 4.180 € dazu, wenn der Umbau die Pflege zu Hause möglich macht, sie deutlich erleichtert oder Ihnen ein selbstständigeres Leben erlaubt. Ihr Einkommen spielt dabei keine Rolle.

Was gefördert wird

Feste Umbauten wie eine bodengleiche Dusche statt Badewanne (mehr dazu: Badumbau mit der Pflegekasse), breitere Türen, Rampen, Treppenlifte, Haltegriffe und Handläufe sowie Anpassungen an Küche und Möbeln. Auch der Umzug in eine besser geeignete Wohnung kann bezuschusst werden. Bewegliche Hilfsmittel wie Duschhocker oder Rollator zählen nicht dazu, sie laufen über die Kranken- oder Pflegekasse als Hilfsmittel.

So beantragen Sie den Zuschuss

1. Kostenvoranschlag bei einem Fachbetrieb einholen. 2. Formlosen Antrag mit Kostenvoranschlag und kurzer Begründung an die Pflegekasse schicken. 3. Die Kasse entscheidet innerhalb von drei Wochen, mit Gutachten innerhalb von fünf Wochen (§ 40 Abs. 7 SGB XI). 4. Erst nach der Zusage den Auftrag vergeben und danach die Rechnung einreichen.

Kostenlose Wohnberatung nutzen

Vor dem Umbau lohnt sich ein Termin bei einer Wohnberatungsstelle. Die Beraterinnen und Berater kommen oft kostenlos zu Ihnen nach Hause, schlagen passende Lösungen vor und helfen beim Antrag. Anlaufstellen in Ihrer Nähe finden Sie über die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungsanpassung, bei Pflegestützpunkten oder bei Ihrer Kommune.

Sie wohnen zur Miete? Für den Umbau brauchen Sie die Zustimmung des Vermieters. Mieter mit Behinderung oder Pflegebedarf haben in der Regel einen Anspruch darauf (§ 554 BGB). Den Zuschuss der Pflegekasse bekommen Sie als Mieter genauso.

Häufige Fragen zum barrierefreien Wohnen

Warum lohnt sich der Umbau-Check?

Er schützt vor Fehlplanungen und bösen Überraschungen: Sie sehen vorab, welche Umbauten zu Ihrer Situation passen, was sie ungefähr kosten und welcher Zuschuss möglich ist. Das ist eine gute Grundlage für Gespräche mit Fachbetrieben und für Ihre Förderanträge.

Was bekomme ich beim Umbau-Check?

Sie sehen sofort eine grobe Kostenschätzung für die gewählten Umbauten, den möglichen Zuschuss der Pflegekasse und Ihren Eigenanteil. Per E-Mail erhalten Sie diese Übersicht zusammen mit den passenden Fördermöglichkeiten. Wenn Sie möchten, melden sich zusätzlich bis zu drei Fachbetriebe aus Ihrer Region mit einem unverbindlichen Angebot. Der Service ist für Sie kostenlos.

Welche Förderungen gibt es 2026 bundesweit?

Der Zuschuss der Pflegekasse (bis zu 4.180 € je Maßnahme bei Pflegegrad), der KfW-Kredit 159 (bis zu 50.000 €) und steuerliche Vorteile wie der Handwerkerbonus. Der KfW-Zuschuss 455-B ist derzeit ausgeschöpft und nur möglich, wenn der Bund erneut Mittel bereitstellt.

Gibt es zusätzliche Förderungen der Bundesländer?

Ja, viele Bundesländer und Kommunen haben eigene Programme mit Zuschüssen oder zinsgünstigen Darlehen. Bedingungen und Höhe sind je nach Region verschieden. Auskunft geben Landesförderbanken, Ihre Gemeinde und Wohnberatungsstellen.

Muss ich die Förderung vor dem Umbau beantragen?

In der Regel ja. Bei KfW-Produkten muss der Antrag vor Vorhabenbeginn gestellt werden, ebenso sollten Sie den Zuschuss der Pflegekasse beantragen, bevor Sie Aufträge vergeben. Beginnen Sie erst nach der schriftlichen Zusage.

Weiterlesen: Sicherheit und Pflege zu Hause

Ein barrierefreier Umbau ist oft nur ein Baustein. Hausnotruf, Smart Home und Pflegeleistungen helfen, länger sicher zu Hause zu leben.