Medikamentenmanagement

Das Medikamentenmanagement, (auch: Medikationsmanagement), beschreibt die sichere, effektive und wirtschaftliche Arzneimittelversorgung von Patienten. Dieser fortwährende Prozess stellt eine zentrale und verantwortungsvolle Aufgabe für Fachkräfte im Gesundheitswesen dar und umfasst sämtliche Schritte von der ärztlichen Verordnung bis zur Überwachung der Arzneimittelwirkung.

Zweck des Medikamentenmanagements

Das primäre Ziel im Medikamentenmanagement ist die Sicherstellung der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS). Diese lässt sich in mehrere Kernbereiche unterteilen:

  • Wirksamkeit: Es wird sichergestellt, dass ein Medikament die beabsichtigte therapeutische Wirkung erzielt.
  • Sicherheit: Die Vermeidung von Medikationsfehlern, unerwünschten Nebenwirkungen und potenziell schädlichen Wechselwirkungen steht im Fokus.
  • Wirtschaftlichkeit: Der effiziente und kostenbewusste Einsatz von Medikamenten hilft, unnötige Ausgaben zu vermeiden.
  • Förderung der Therapietreue (Adhärenz): Patienten werden aktiv dabei unterstützt, ihre verordneten Medikamente korrekt und regelmäßig einzunehmen.

Alle Schritte in der Übersicht

Der Prozess des Medikamentenmanagements gliedert sich in fest definierte Phasen. Auf diese Weise lassen sich größtmögliche Sorgfalt und Sicherheit gewährleistet.

  1. Verordnung: Die ärztliche Anordnung wird entgegengenommen und sorgfältig auf ihre Vollständigkeit und Plausibilität überprüft.
  2. Medikamenten-Beschaffung und Lagerung: Dieser Schritt umfasst die korrekte Bestellung der Arzneimittel sowie deren sachgerechte Aufbewahrung, beispielsweise unter Einhaltung von Kühlketten oder der besonderen Verschlussvorschriften für Betäubungsmittel.
  3. Richten (oder Stellen): Die Medikamente werden entsprechend dem individuellen Medikationsplan für die Verabreichung vorbereitet. Zur Fehlervermeidung kommt hier meist die sogenannte »10-R-Regel« zur Anwendung, mit der unter anderem gegengecheckt wird, ob es sich um den richtigen Patienten, das verschriebene Medikament, die passende Dosis, und den richtigen Zeitpunkt handelt.
  4. Verabreichung: Das Medikament wird dem Patienten in der passenden Applikationsform (etwa oral, subkutan oder auch intravenös) verabreicht.
  5. Dokumentation: Alle Schritte der Verabreichung werden lückenlos und nachvollziehbar in der Patientenakte erfasst. Dies ist auch aus rechtlichen Gründen von entscheidender Bedeutung.
  6. Beobachtung und Evaluation: Der Patient wird auf die Wirkung des Medikaments sowie auf mögliche Nebenwirkungen hin beobachtet. Relevante Beobachtungen werden an den behandelnden Arzt weitergeleitet, um die Therapie bei Bedarf anzupassen.