Trotz intensiver Pflegebedürftigkeit in den eigenen vier Wänden wohnen und versorgt werden – das wünschen sich die meisten Pflegebedürftigen.
Die außerklinische Intensivpflege ermöglicht dies durch ambulante Intensivpflege in einer Wohngemeinschaft.
So bleiben die Bewohner in einer vertrauten Umgebung und erhalten die notwendige medizinische Betreuung.
Das Wohnen in einer Intensivpflege-WG vereint persönliche und individuelle Betreuung mit einer wohnlichen Atmosphäre und den Vorteilen stationärer Pflege.
Die Bewohner profitieren von moderner Medizintechnik und können sich auf maximale Sicherheit verlassen.
Wenn ältere Menschen pflegebedürftiger werden, denken viele zunächst an das Pflegeheim und wissen oft nicht, dass Wohngemeinschaften eine sehr gute Alternative bieten. Bei nicht vorhandener und geringer Pflegebedürftigkeit ist Betreutes Wohnen beliebt, während eine Intensivpflege-WG eine oft bevorzugte Wahl der außerklinischen Intensivpflege darstellt. Pflegebedürftige profitieren von der kontinuierlichen und spezialisierten Betreuung, die auf ihre medizinischen Bedürfnisse abgestimmt ist. Nach einer anstrengenden Reise durch Krankenhäuser und Rehakliniken finden sie in der außerklinischen Intensivpflege endlich Ruhe. Im Jahr 2021 wurden bundesweit rund 22.000 Menschen außerklinisch intensiv gepflegt, vor allem zu Hause oder in betreuten Einrichtungen.
Unterschied zwischen Intensivpflege-WG und Pflegeheim
Das Leben in einer Senioren-Wohngemeinschaft ähnelt dem in einer Studenten-WG. Die Bewohner verbringen Zeit im Gemeinschaftsraum und haben ihr eigenes Zimmer, in das sie sich jederzeit zurückziehen können. Dies schafft Privatsphäre und persönlichen Raum, der in herkömmlichen Pflegeheimen oft fehlt. Die Bewohner und ihre Angehörigen wählen die Möbel selbst aus und richten die Zimmer individuell ein. In Pflegeheimen teilen sich viele Bewohner ein Zimmer, das zweckmäßig eingerichtet ist – dort ist alles der Pflege untergeordnet. Die Atmosphäre ist daher weniger angenehm und gesellig.
Viel Mitbestimmung und Gestaltungsfreiheit
In einem speziellen Wohnhaus mieten die Pflegebedürftigen ihre Wohnung und leben mit anderen Intensivpatienten in familiärer Atmosphäre zusammen. Angehörige und Bewohner organisieren den Alltag in solch einer Intensivpflege-WG gemeinsam und erstellen Mitbewohnervereinbarungen. Alle können ihre Ideen einbringen, was das Gemeinschaftsgefühl und die Zufriedenheit fördert. Diese Form der Intensivpflege in einer WG ermöglicht ein harmonisches Zusammenleben, das die Bewohner und ihre Angehörigen selbst organisieren und gestalten.
Der Pflegedienst ist nur Gast
Die Pflege erfolgt ambulant. Der Pflegedienst ist als ambulanter Versorger rund um die Uhr präsent und jederzeit zur Stelle. Bewohner und Angehörige können sich auf optimale Pflege und Betreuung verlassen. Je nach Pflegesituation können die Bewohner mitbestimmen, wann und für welche Betreuung jemand vorbeikommen soll. Diese Flexibilität ist besonders wichtig für die Lebensqualität der Bewohner. Bei der Intensivpflege in einer WG stehen das Leben und die Bedürfnisse der Bewohner im Vordergrund, und Pflegeaufgaben lassen sich flexibel gestalten und gegebenenfalls auch mal verschieben.
Die außerklinische Intensivpflege umfasst sowohl Grundpflege als auch Behandlungspflege. Die Behandlung verfolgt folgende Ziele:
Die Pflegefachkräfte überwachen beispielsweise die Atmung und die Herz-Kreislauf-Funktionen, bedienen Beatmungsgeräte und setzen Absaug- und Inhalationsgeräte ein. Die Ärzte legen unter anderem ein besonderes Augenmerk auf der Potenzialerhebung zur Dekanülierung und Beatmungsentwöhnung. Dies gewährleistet, dass die Pflegebedürftigen immer die beste und am besten geeignete Pflege erhalten.
Haben Sie weitere Fragen zum Thema Intensivpflege für Senioren? Dann nehmen Sie einfach Kontakt zu uns auf. Wir freuen uns auf Ihre Anfrage.
Das Leben in einer ambulant betreuten Intensivpflege-Wohngemeinschaft ermöglicht den Bewohnern einen weitgehend selbstbestimmten Alltag. Die Vorteile im Überblick:
Während die intensive Pflege zu Hause eine 1:1 Betreuung bedeutet und alle Familienmitglieder stark belastet, bietet die Intensivpflege in einer Wohngemeinschaft eine 1:2 oder 1:3 Betreuung. Dies entlastet die Angehörigen und fördert die soziale Teilhabe der Bewohner. Qualifizierte Fachkräfte versorgen die Bewohner ambulant und stellen eine lückenlose Versorgung sicher. Sie überwachen die Vitalfunktionen, übernehmen die Grundpflege und passen die Behandlungspflege individuell an die Bedürfnisse an. Durch das Betreuungsverhältnis von circa 1:3 entsteht in den Intensivpflege-WGs immer noch ein Vertrauensverhältnis zwischen Pflegefachkräften und ihren Patienten.
Die Bewohner einer Intensivpflege-WG mieten ihr eigenes Zimmer, das Platz für persönliche Gegenstände und geliebte Möbel bietet. Barrierefreie Gemeinschaftsräume fördern den sozialen Austausch, sodass echte Freundschaften entstehen. Wenn Pflegebedürftige dauerhaft beatmet werden müssen sind sogenannte Beatmungs-WGs eine geeignete Alternative.
Versicherte in ambulanter, außerklinischer Intensivpflege zahlen in einer Wohngemeinschaft 10 % der Kosten für Pflege und Betreuung und 10 € je Verordnung begrenzt auf 28 Tage im Kalenderjahr. Weitere Zuzahlungen gelten nur bis zu einer Belastungsgrenze von 2 % der jährlichen Bruttoeinnahmen (für chronisch Kranke 1 %). Lebensmittel und Miete zahlen sie so wie beim Leben in einer gewöhnlichen Mietwohnung selbst.
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Intensivpflege ist eine Pflegeform für Schwerstpflegebedürftige. Sie ist immer dann notwendig, wenn Personen so schwer erkrankt sind, dass jederzeit eine lebensbedrohliche Situation eintreten kann. Solch eine Situation kann auch vorübergehend nach einer Operation oder einem Unfall vorliegen. Pflegebedürftige sind meist in Pflegegrad 4 oder 5 eingestuft. Seit Januar 2023 regelt § 37c SGB V die außerklinische Intensivpflege als eigenständigen Verordnungsbereich mit neuen Vorgaben. Dieser eigenständige Verordnungsbereich sorgt für klare Richtlinien und eine bessere Versorgung. Diese Pflegeform ist zum Beispiel notwendig und möglich, wenn Personen auf ein Beatmungsgerät angewiesen sind oder an COPD oder ALS leiden. Das Wohnen in einer Intensivpflege-WG ist ein bewährtes Modell der außerklinischen Intensivpflege.
Die Wahl hängt von mehreren Faktoren ab. Je nach den Lebensumständen und Erkrankungen der Pflegebedürftigen kann die außerklinische Intensivpflege im Zuhause eines Angehörigen, in einer vollstationären Pflegeeinrichtung oder in betreuten Wohnformen wie Intensivpflege-WG oder einer Beatmungs-Wohngemeinschaft erfolgen.
Für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen ist eine ambulante Intensivpflege in der Regel die bevorzugte Wahl und hat Vorrang vor der stationären Intensivpflege, solange es der Gesundheitszustand zulässt. Die Pflege in häuslicher Umgebung in einer Intensivpflege-WG ermöglicht einen familiären Alltag und einen wichtigen Erhalt der Lebensqualität. Da die Krankenkasse und Pflegekasse die Kosten zum größten Teil übernehmen, ist diese Versorgungsart auch für weniger wohlhabende Pflegebedürftige möglich. Der Kontakt mit den anderen Bewohnern verhindert Vereinsamung und pflegende Angehörige werden entlastet. Solange der Arzt nicht den Einzug in eine stationäre Einrichtung verordnet, ist die ambulante Intensivpflege wegen ihrer vielen Vorteile für die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen vorzuziehen.
Versicherte mit hohem Bedarf an medizinischer Behandlungspflege, etwa bei Störungen der Herz-Kreislauffunktion, Atmung oder Nierenfunktion, haben Anspruch auf Intensivpflege. Ärzte verordnen diese, wenn die Schwere, Art und Dauer einer Erkrankung die Anwesenheit einer Pflegefachkraft erfordern. Entscheidend ist, dass täglich eine lebensbedrohliche Situation auftreten kann und der Zeitpunkt im Voraus nicht bestimmbar ist. Zum Anspruch gehört neben der medizinischen Behandlungspflege auch eine Beratung zur Auswahl des geeigneten Leistungsorts. Wenn Pflegebedürftige tracheotomiert sind oder beatmet werden ist mit jeder Verordnung zu erheben, ob Potenzial zur Dekanülierung oder zur Beatmungsentwöhnung vorliegt. Es ist auch möglich, dass jemand nicht rund um die Uhr außerklinische Intensivpflege benötigt.
Für die Beantragung der Intensivpflege ist eine Verordnung für häusliche Krankenpflege notwendig. Die erste Verordnung erfolgt meist im Krankenhaus oder in einer Reha-Einrichtung, um die unterbrechungsfreie Patientenversorgung sicherzustellen.