Wohnen im Alter
Eigene Wohnung, aber mit Hausnotruf, Ansprechperson und Hilfe nach Bedarf. Hier erfahren Sie, was Betreutes Wohnen bietet, was es kostet und worauf Sie bei der Besichtigung achten.
Wohnform
Eigene Mietwohnung, barrierefrei, plus Servicevertrag
Grundleistung
Hausnotruf und feste Ansprechperson im Haus
Betreuungspauschale
Meist 100 bis 300 € im Monat, je nach Anbieter
Qualität
Begriff nicht geschützt: DIN 77800 als Maßstab
Auf dieser Seite:
Betreutes Wohnen (auch Service-Wohnen oder Betreutes Seniorenwohnen) richtet sich an ältere Menschen, die selbstständig leben möchten und bei Bedarf Unterstützung in Reichweite haben wollen. Sie wohnen in der eigenen, altersgerechten Wohnung. Hauswirtschaftliche, betreuende und pflegerische Hilfe lässt sich je nach Wunsch hinzubuchen.
Die Wohnform passt zu Menschen, die nicht oder nur wenig pflegebedürftig sind. Sie eignet sich für Alleinstehende ebenso wie für Paare. Viele entscheiden sich nicht aus der Not heraus, sondern weil sie sich nicht mehr allein um Haushalt, Einkauf und Kochen kümmern möchten und mehr Sicherheit schätzen.
Ein zentraler Vorteil ist die schnelle Hilfe im Notfall: Über einen Hausnotruf sind Bewohner rund um die Uhr mit einer Notrufzentrale verbunden. Alles Weitere wählen Sie nach Bedarf aus drei Bereichen:
Begleitung zu Arztbesuchen, Hilfe bei Einkauf und Hobbys, Gesprächsrunden und Gedächtnistraining.
Meist arbeitet ein ambulanter Pflegedienst mit dem Haus zusammen, oft direkt im Gebäude. So ist bei Bedarf auch umfangreichere Pflege möglich.
Wäsche waschen, Reinigung der Wohnung, Fensterputzen und kleine Hilfen im Haushalt.
Mit angeschlossenem Pflegedienst können Sie auch bei zunehmender Pflegebedürftigkeit oft in der eigenen Wohnung bleiben. Das unterscheidet Betreutes Wohnen vom Pflegeheim mit vollstationärer Pflege. Wie weit die Pflege im Haus geht, hängt vom Anbieter ab und sollte vor dem Einzug geklärt werden.
Die Kosten setzen sich anders zusammen als bei einer normalen Mietwohnung. Es gibt drei Bausteine:
Oft etwas über dem örtlichen Mietspiegel, weil die Wohnungen barrierefrei ausgestattet sind.
Ein fester Monatsbetrag, meist zwischen 100 und 300 €. Er deckt Grundleistungen wie den 24-Stunden-Hausnotruf und eine Ansprechperson zu festen Zeiten ab.
Zusatzkosten, die nur anfallen, wenn Sie Pflegedienst, Putzservice oder andere Hilfen tatsächlich buchen.
Wichtig zu wissen
Der Begriff „Betreutes Wohnen“ ist in Deutschland gesetzlich nicht geschützt. Achten Sie auf Qualitätssiegel oder die DIN 77800 („Qualitätsanforderungen an Anbieter der Wohnform Betreutes Wohnen für ältere Menschen“). Pflegeleistungen können Sie bei anerkanntem Pflegegrad mit der Pflegekasse abrechnen. Die Betreuungspauschale tragen Sie in der Regel selbst. Eine erste Abschätzung liefert der Pflegekosten-Rechner.
Im Betreuten Wohnen leben Sie mit Menschen ähnlichen Alters zusammen. Gemeinschaftsräume, Feste und oft ein gepflegtes Außengelände erleichtern es, Kontakte zu knüpfen. Gerade im Großstadtalltag ist das ein Gewinn an Lebensqualität.
Abgeschottet leben Sie deshalb nicht: Viele Anlagen sind offen für Besuch, und die meisten Bewohner bleiben mobil. Sie fahren selbst mit Bus, Bahn oder Auto oder nutzen Angebote wie Einkaufsbegleitung und Ausflüge. Das ist das Gegenteil der Vereinsamung, die im Alter in der normalen Mietwohnung häufig droht.
Service-Wohnen funktioniert auch zu zweit. Ist ein Partner pflegebedürftig, entlastet der Service den anderen, und beide können zusammenbleiben.
Es ist kein Altersheim, sondern normales Wohnen in einer Hausgemeinschaft mit Service. Viele Bewohner sind nicht pflegebedürftig. Sie nutzen Wahlleistungen wie Wäschepflege, Reinigung oder Hilfe beim Möbelaufbau.
Neun Punkte helfen Ihnen und Ihren Angehörigen, Anbieter zu vergleichen. Die ausführliche Checkliste können Sie als PDF herunterladen.
1
Miete, Pauschale und Wahlleistungen schriftlich aufschlüsseln lassen.
2
Sind Einkauf, Arzt und Haltestelle gut zu erreichen?
3
Barrierefreiheit, Aufzug, Bad und Balkon prüfen.
4
Was steckt in der Pauschale, wer ist wann erreichbar?
5
Miet- und Servicevertrag getrennt lesen, Kündigungsfristen beachten.
6
Nach DIN 77800 oder anderen Qualitätssiegeln fragen.
7
Zeitdruck, Vorauszahlungen oder unklare Pauschalen sind Alarmzeichen.
8
Zu zweit kommen, mit Bewohnern sprechen, zu verschiedenen Zeiten vorbeischauen.
9
Probewohnen anfragen und mehrere Angebote in Ruhe vergleichen.
Was ist der Unterschied zwischen Betreutem Wohnen und einem Pflegeheim?
Beim Betreuten Wohnen leben Sie in einer eigenen Wohnung mit Miet- und Servicevertrag und buchen Hilfe nach Bedarf. Im Pflegeheim erhalten Sie Unterkunft und Pflege rund um die Uhr aus einer Hand.
Was kostet Betreutes Wohnen im Monat?
Zur Miete kommt eine Betreuungspauschale von meist 100 bis 300 €. Pflege- und Hauswirtschaftsleistungen bezahlen Sie nur, wenn Sie sie nutzen. Die Preise unterscheiden sich je nach Region und Anbieter deutlich.
Brauche ich einen Pflegegrad?
Nein. Betreutes Wohnen ist auch ohne Pflegegrad möglich. Mit Pflegegrad können Sie Pflegeleistungen über die Pflegekasse abrechnen. Manche Anbieter haben ein Mindestalter, das Sie vorab erfragen sollten.
Kann ich bleiben, wenn ich mehr Pflege brauche?
Oft ja, weil ein Pflegedienst im Haus oder in der Nähe Sie versorgt. Bei sehr hohem Pflegebedarf, etwa bei fortgeschrittener Demenz, kann ein Umzug nötig werden. Fragen Sie den Anbieter vor Vertragsabschluss, wie weit die Versorgung geht.
Betreutes Wohnen ist eine von mehreren Wohnformen im Alter. Vergleichen Sie in Ruhe und beginnen Sie bei Bedarf mit einem barrierefreien Umbau zu Hause.