Glossar

Behandlungspflege

Die Behandlungspflege umfasst medizinische Maßnahmen, die ein Arzt verordnet – anders als die Grundpflege, die alltägliche Handgriffe wie Körperpflege und Ernährung abdeckt.

Welche Leistungen gehören dazu?

Die Maßnahmen sind im SGB V geregelt und werden nur von examinierten Pflegefachkräften durchgeführt, etwa durch einen ambulanten Pflegedienst:

Medikamente

Gabe von Tropfen, Säften oder Tabletten; Befüllen von Medikamentendispensern.

Wundversorgung

Fachgerechte Versorgung von Wunden sowie Anlegen und Wechseln von Verbänden.

Injektionen und Infusionen

Subkutane oder intramuskuläre Spritzen, etwa Insulin, sowie Vitalzeichenkontrolle.

Weitere Maßnahmen

Kompressionsstrümpfe, Versorgung von Stomata, Kathetern oder Sonden.

Wer bezahlt die Behandlungspflege?

Anders als die Grundpflege (Pflegekasse, SGB XI) rechnet die Behandlungspflege über die Krankenkasse (SGB V) ab. Der Arzt stellt eine „Verordnung häuslicher Krankenpflege“ (Muster 12) aus, die meist der Pflegedienst bei der Kasse einreicht. Ein Pflegegrad ist dafür nicht erforderlich.

Gesetzlich Versicherte ab 18 Jahren zahlen in der Regel 10 Prozent der Kosten für maximal 28 Tage im Kalenderjahr, plus 10 € je Verordnung – sofern sie nicht von Zuzahlungen befreit sind. In der Praxis fließen Grund- und Behandlungspflege oft ineinander über, werden aber getrennt dokumentiert und abgerechnet.

Hinweis

Das Glossar erklärt Begriffe allgemein und ersetzt keine individuelle Beratung.

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